Die moderne Frau Ende 20 -wenn die innere Uhr tickt-

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Letztens unterhielt ich mich mit einer Freundin. Sie ist 27 Jahre alt, unglaublich talentiert, attraktiv, selbstständig und selbstbewusst. Für mich war sie immer eine sehr inspirierende Persönlichkeit im Leben. Schlichtweg eine tolle junge Frau! In letzter Zeit jedoch erschien sie mir sehr nachdenklich und ruhiger als sonst- schon fast in sich gekehrt. Daher suchte ich das Gespräch zu ihr. Sie ist Ende 20, in keiner Beziehung, also auch nicht verheiratet und an Kinder war noch gar nicht zu denken.

Sie erzählte mir von ihren Erwartungen als sie noch ein junges Mädchen war: „Mit 28 Jahren wollte ich einen Mann, ein Kind und ein Haus besitzen und natürlich auch schon gut verdienen.“ Nun spielte das Leben anders und sie ist weit entfernt von ihren Erwartungen. Das erschafft Druck und regt zum Nachdenken an. Auch mich beschäftigte dieses Thema sehr, weshalb ich auch diesen Beitrag unbedingt verfassen wollte.

Erwartungen

Wenn wir uns etwas im Leben wünschen oder vorstellen und es letztendlich nicht bekommen oder einhalten können, sind wir enttäuscht. Dabei können wir als Kind doch noch gar nicht wissen, wie wir als Erwachsene ticken, welche Erfahrungen uns prägen werden und welche Ansichten wir dann teilen. Dann frage ich mich auch immer wieder, ob es die eigenen Erwartungen waren oder die der Eltern?

Wieso hat man als junges Mädchen überhaupt diese Erwartung?

Ich denke, es wird einem einfach vorgelebt:
• Abitur/ Abschluss
• Ausbildung/Studium
• Job
• Heirat
• Haus
• Kind1
• Kind2.
Wir Menschen neigen stark zur Nachahmung und gerade als Kind, kopiert man viel vom Elternhaus und dem nahen sozialen Umfeld. Wir werden von diesem Alltagsmuster geprägt und setzen uns so mit unserer Lebenswelt auseinander. Dazu spielen noch Herkunft, Kultur und der Wohnort eine wichtige Rolle.
Bei uns beispielsweise in Sri Lanka oder auch Indien wird üblicherweise mit Anfang 20 geheiratet. Wenn man als Frau mit Mitte 20 noch nicht verheiratet ist, wird man bei jedem Zusammentreffen genau analysiert und befragt- und das nicht nur von Verwandten. Das kann wirklich sehr unangenehm sein. Die Gesellschaft sieht die Frau in dem Alter eben lieber verheiratet! Geprägt vom Wohnort in Europa und den modernen Ansichten sind viele Landsleute, Gott sei Dank, etwas lockerer geworden. Die Frauen haben die Möglichkeit auf Bildung und Karriere bevor sie dann heiraten.

Zeitwandel

Die Zeit verändert sich. Die Zeit verändert dich. Die größte Herausforderung hierbei ist es, sich auf die neue Situation einlassen zu können. Früher war die Frau Ende 20 verheiratet, und hatte mindestens 2 Kinder, ein Häuschen und einen schönen Garten.
Der Mann ging arbeiten und die Frau kümmerte sich um die Kinder und den Haushalt. Der Mann sorgte für die finanzielle Absicherung der Familie. Das alles war selbstverständlich. Doch hat sich die Erwartung an die Frau und auch das Verhältnis von Eheleuten geändert.
Die moderne Frau von heute soll doch nicht abhängig von einem Mann sein! Sie soll sich selbst versorgen können- auf den eigenen Beinen stehen.
Heute sind die Frauen selbstbestimmter und selbstständiger. Die Frau von heute strebt eine Karriere an, ist zielstrebig und selbstbewusst. Die Karriere ist ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit im Leben, denn die Karriere dient neben der finanziellen Absicherung, auch zur Selbstverwirklichung und somit zu einem ausgewogenen Ich von Beruf- und Privatleben.
Und dann? Dann irgendwann kommt die Familienplanung. Der Wunsch nach finanzieller Sicherheit ist in der heutigen Zeit sehr groß. Doch gerade, wenn die Karriere richtig in Schwung kommt und die Frau auf die 30 zugeht, geraten die meisten unter Druck um diese Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Der Trend geht eindeutig zur späten Mutterschaft, der auch von diversen Statistiken und Studien belegt wird. Schaut man beispielsweise in die Daten des Statistischen Bundesamt, liegt das beliebteste Alter für das 1. Kind in Deutschland (Studie von 2015): zwischen 29-34 Jahren.

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Stichpunkt: Biologische Uhr

Irgendwas hat sich die Natur wohl dabei gedacht, als sie unsere Körper so eingerichtet hat, dass wir Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren am fruchtbarsten sind. Damals war diese tolle “biologische Uhr“ auch zeitgemäß.
Schon ab Mitte 20 nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ab und ab 35 wird es deutlich schwieriger schwanger zu werden. Natürlich spielt auch hier die Lebensweise eine wichtige Rolle. Jede Frau hat nur einen begrenzten Vorrat an Eizellen, die im Alter auch an Qualität abnimmt. Also hören wir unsere tolle Uhr spätestens Anfang 30 laut ticken und geraten häufig unter Druck. Durch den medizinischen Fortschritt jedoch gibt es auch hier diverse Möglichkeiten trotzdem noch schwanger zu werden, auch im höheren Alter.

Wie sieht es bei mir aus?

„Mama, mit 26 werde ich gut verdienen und mein Leben erstmal genießen.“-so lauteten wohl meine Worte als junges Mädchen. Nun bin ich 26, verheiratet und habe eine wundervolle Tochter. Wieso beschäftige ich mich also mit diesem Thema, wenn ich doch dem “Idealbild“ der Gesellschaft entspreche? Ich war immer eine der Frauen, die sich mit Kind und Heirat Zeit lassen wollten. Auch ich hatte stets vordergründig die Karriere im Sinn. Ich bin aber auch ein absoluter Bauchmensch und lasse mich gerne von meinen Gefühlen leiten und verlasse mich auf meine Intuition. Ich habe mich vor 2 Jahren gegen ein berufliches Weiterkommen (eine große Chance zu dem Zeitpunkt) und für eine Familie entschieden. Daher habe ich meine Karriere hinten angestellt und meine Erwartungen an mich selber nicht erfüllt. Anfangs habe ich mir auch sehr den Kopf darüber zerbrochen, ob ich mit einem Kind noch alles erreichen kann, was ich mir vorgenommen habe. Heute bin ich sehr froh, dass ich diesen Weg so gegangen bin und habe nun trotzdem noch die Möglichkeit, auch im Beruf Fuß zu fassen. Man muss es nur wollen. Welche Fragen mir trotzdem immer wieder durch den Kopf gingen?

• Schaffe ich es mit einem Baby mich selbst zu verwirklichen?
• Kommt mein Baby zu kurz, wenn ich an eine Karriere bzw. an mich selber denke?
• Wann ist dann der ideale Zeitpunkt für ein 2. Baby?
• Wird der Altersabstand nicht zu groß, wenn ich mir zu viel Zeit lasse?

Vor-und Nachteile

Die Frauen mit Anfang oder auch Ende 30 haben es sicher schon mit der Karriere viel weiter geschafft als die jüngeren Muttis und können das “Mutter-sein“ vielleicht noch intensiver genießen. Zudem strahlen sie vermutlich auch mehr Ruhe aus, da sie diesen Karriere-Druck nicht verspüren. Junge Mütter haben hingegen die Kinder schneller wieder aus dem Haus, sind vielleicht noch fitter und lockerer im Umgang und haben auch wieder früher viel Zeit für sich selber. Beide Varianten haben, meiner Meinung nach, Vor- und Nachteile.

Eigenen Weg finden

Doch sind wir mal ehrlich. Es gibt doch gar keinen richtigen Zeitpunkt. Den richtigen Zeitpunkt für ein Kind, eine Familie und auch für Karriere entscheidet jede Einzelne von uns selber. Der Eine ist schneller, der Andere langsamer. Wichtig ist doch nur, dass wir uns wohl fühlen und zufrieden sind mit unseren Entscheidungen. Was die Gesellschaft und allgemein andere Menschen von uns erwartet, kann uns egal sein. Wir sind keinem eine Rechenschaft schuldig, außer uns selbst. Wir müssen uns nicht erklären und nichts beweisen. Wichtig ist doch, dass wir das tun, was wir für richtig empfinden. Wenn wir uns mit 20 bereit für eine Familie fühlen, ist es super und mit 30 oder 35 ist es ebenfalls super! So what? Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten und Wege. Einfach zu den Entscheidungen stehen und sich nicht verstecken.

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Egal wie es kommt, es wird dann der „richtige Zeitpunkt“ für einen sein. Später, wenn man darauf zurückblickt, wird man wissen, dass alles so kommen musste, damit alles richtig zusammenpasst ❤


4 Gedanken zu “Die moderne Frau Ende 20 -wenn die innere Uhr tickt-

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